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TACITI AGRICOLA.

kalendas Septembres Collega Priscoque consulibus. Quod si habitum quoque eius posteri noscere velint, decentior quam sublimior fuit ; nihil metus in v ultu, gratia oris supererat ; bonum virum facile crederes, magnum libenter. Et ipse quidem, quamquam medio in spatio integrae aetatis ereptus,


consule müsste es heissen quarto et quinq., wie man daher auch zu lesen vorgeschlagen hat, und bei der letztgenannten Aenderung septimo et quinq. Für die ohen angenommene Constituierung des Textes sprechen hesonders me in der damsdigen Zeit hestehenden Bestimmungen hinsichtlich des Lehensalters fur die Ehrenstellen. Nach diesen war fiir die QuS,stur das 25., ftiir die Pratur das 30. Le- hensjahr, in heiden F&llen aher nicht das zurtickgelegte , sondern das eingetretene festgcstellt, siehe Dio LXII, 20, zugleich aher war durch die Lex Papia Poppaea he- stimmt, dass demjenigen, welcher verheirathet war und Kinder halte, ein Jahr von der Normalzeit er- lassen werden konnte, s. Plin. Epp. VII, 20. Hiermit aher stimmt es vollkommen ttherein, wenn Agri- cola, wie aus c. 6 und 7 hestimmt hervorgebt, die Pratur im J. 68 hekleidete, da er zu Anfang dieses Jahres, wenn 39 gehoren, im 29. LehenEJahre stand und ihm nach c. 6 vorher undzwar, wie es dort heisst, in subsidium, s. zu d. St., eine Tochter gehoren worden war. Die Quastur wird er sonach im J. 64, also im Normaljahre, das Trihunat nach Ahlauf eines Jah- res, wie aus den Worten c. 6 : i n- ter quaesturam ac tribunatum ple^ bis ... annum hervorgeht, im J. 66 hekleidet hahen. Daraus, dass Tacitus in demselhen Capitel nicht auch des Jahres zwischen Trihunat und Pratur gedenkt, ist kein Schluss zu ziehen , da er keine Veranlassung hatte, wenn tlber dieses amtlose Jahr nichts zu be- richten war, die vorher tiber das J. 65 gemachte Bemerkung zu wie- derholen.)

4. decentior quam sublimior d. h. „(seine Gestalt war) mehr wohl-

gebildet und edel als gross und

imponierend".

5. metus kann auch active Be- deutung haben, es kann, wie Quin- tilian an der zu c. 42, II anse- fohrten Stelle sagt, sowohl die selbst empfundene als die in An- dem erregte Furcht sein; hier ist es die letztere, da von Agricola nur gesagt werdenkann, dass sein Gesichtsausdruck nichts Furchter- regendes gehabt habe, vgl. Ovid. Met. II, 637: nuUae in fronte mi- nae^ nec formidabile lumen^ pacem vulius habet. (Die Handsclurift B filigt zu mefu^ noch etimpetus hin- zu, was keinen passenden Sinn giebt ; in der besseren Handschrift A steht im Text impetusj aber am Rande das verbessernde metus.)

supererat nicht „war tiberwie- gend", sondern „war in reichem Masse vorhanden". So superesse noch c. 45. Germ. 6. 26. HisL I, 51. 83.

6. 'facile .... libenter. Der Un- terschied, den Tacitus durch den Gebrauch der verschiedenen Ad- verbien andeutet, kann, da hier immer noch von der Gestalt und ausseren Erscheinung (habitus) des Agricola die Rede ist, nur darin hestehen, dass an dieser die Treff- lichkeit des Characters leichter als die Grosse des Mannes zu erken- nen war. Die letztere sprach sich also in der ausseren Erscheinung weniger* deutlich aus, stand aber doch auch nicht mit ihr in Wi- derspruch, so dass man sie, wenn man sich durch seine Thaten von ihr ftberzeugt hatte, gern aner- kannte.

Et ipse quidem: er selbst im Gegensatz zu seiuem habitus, von demvorher die Redegewesen, wie c. 13: Ipsi Britanni.

7. medio in spatio integrae ae- tatis : die integra aetas ist im Ge-